Kunst

"Kunst kommt von Können, wenn es von wollen käme, müsste es Wulst heißen." Dies meinte der große Maler Max Liebermann. Das ist, was die Gestaltung von Kunstwerken betrifft, sicher richtig. Kunst ist immer auch gekonntes Handwerk. Man muss mit Materialien (Leinwand, Papier, Holz, Farbe, Stein etc, umgehen, materialgerecht damit arbeiten, muss Geschick und Geschmack haben und auch schöpferische Ideen, die ein breiteres Publikum davon überzeugen, dass das Ergebnis ein Kunstwerk sein soll.

 

Aber schon hier zeigt sich, dass Kunst, genauer die Künstlerpersönlichkeit, auch etwas will. Und sei es nur, ein subjektives Gefühl, eine Idee, eine Botschaft mit künstlerischen Mitteln zu veranschaulichen. Wenn es einem Kunstwerk gelingt, sich ein breites Publikum zu erobern, ganz gleich, ob es sich um Musik, Malerei, Bildhauerei, Gedichte oder ein literarischen Werk in Prosa handelt, oder auch um eine überzeugende Darbietung einer Film- oder Theaterrolle, hat es sich als Kunst - wie man zu sagen pflegt - durchgesetzt.

 

Selbstverständlich ist Kunst in vielen Lebensbereichen präsent, ist religiöser Kultgegenstand, Bildungsgut, Schmuck, Prestige- und Spekulationsobjekt, also auch eine spezifische Ware. Es ist daher nicht immer leicht, zwischen gutem Kunsthandwerk und guten Kunstwerken zu unterscheiden. Das Interesse an Kunst hat zweifellos auch mit der Erziehung und Bildung zu tun. Nicht nur mit der Allgemeinbidung, die sehr wichtig ist, sondern auch mit der Kenntnis von Mythologien, Legenden, Sagen, historischem Wissen.

 

Natürlich ist Kunst auch ein Genußmittel. Nicht zufällig werden auch ganz alltägliche Genußmittel künsterlich, das heißt äthetische gestaltet, hergestellt und angeboten. Kunst erzieht, Kunst bildet, Kunst klärt auf, oft sogar besonders wirksam, wenn die Künstler es gar nicht beabsichtigten. Daher die weit verbreitete Meinung der Klassiker, Kunst diene dem Wahren, dem Schönen und dem Guten. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie das kann - sehr gut sogar. Was natürlich nicht ausschließt, dass sie bzw. ihr Schöpfer oder ihre Schöpferin es nur will, dass es aber nicht gelungen ist.

 

Doch erinnern wir uns an Joseph Beuys, der soweit ging zu behaupten, jeder Mensch sei ein Künstler. Das muss man nicht allzu ernst nehmen, aber es macht durchaus Sinn, in jedem eine künstlerische Ader zu vermuten. Das verhindert den Elitarismus, der bei vielen Künstlern - sogar bei Beuys - zu beobachten war und selbst bei noch nicht vom Ruhm verdorbenen anzutreffen ist. Hängt man Kunst nicht zu hoch, darf jeder sein künsterlisches Talent auf die Probe stellen und hoffen, andere damit mindestens zu erfreuen, vielleicht auch mal zu begeistern. Ich jedenfalls habe seit ich lesen gelernt hatte, gern gelesen. Nicht so gern Märchen, die mir als Kind Angst einflössten, aber alte Sagen, auch Gedichte und abenteuerliche Geschichten. Selbstverständlich Karl May. Immer habe ich mich in der Malerei versucht, Gedichte und Geschichten geschrieben, musiziert und mich für Kunst und Künstler intessiert. Und sehr viel habe ich gefilmt und fotografiert. Da ich einige Jahre mein Einkommen als Filmvorführer aufgebessert habe, konnte ich es gar nicht verhindern, auch von dieser Seite künstlerisch inspiriert worden zu sein.

 

Einige meiner Versuche halte ich für geglückt, für gelungen, andere weniger, die aber erstaunlicherweise wieder von anderen besonders gut empfunden wurden. Man sieht daran, Kunst ist auch Geschmacksache. Hier darf dann heftig gestritten werden, obgleich man ja, sagen zumindest Experten, über Geschmack gar nicht streiten kann.

 

Ich werde also einige meiner Versuche ins Netz stellen und der öffentlichen Kritik aussetzen. Denn Kunst, die in irgendwelchen Schubladen herumliegt, hat keine Chance, jemanden eine Freude zu machen, ihn zu bilden und anzuregen, oder aber zu ärgern.

 

 

 

 

 

 

Kunst

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